Überblick

Das “klassische IFR” und die neue” Competency-Based” Instrumentenflugausbildung sind auf unserer Infoseite zur Instrumentenflugausbildung im Detail beschrieben.

Seit April 2014 besteht auch die Möglichkeit in Europa das sog. “Streckenflug Instrument-Rating / Enroute Instrument Rating / EIR” zu erwerben. Damit steht ein neuer und sehr kostengünstiger Einstieg in das Fliegen eines Flugzeuges nach Instrumentenflugregeln zur Verfügung, der aufgrund des geringen Ausbildungsumfangs lediglich auf die Reiseflugphase beschränkt ist, allerdings voll kompatibel mit allen anderen IFR-Berechtigungen ist.

In der Praxis bedeutet das, dass Start, Abflug sowie Anflug und Landung zwar noch nach Sichtflugbedingungen/VMC bzw. in Visual Meteorological Conditions erfolgen müssen, der Reiseflug aber auch in Instrumentenflugbedingungen/IMC bzw. Instrument Flight Rules erfolgen kann. Dies beschränkt zwar die Möglichkeiten bei Schlechtwetter zur Starten oder zu Landen, ermöglicht aber sehr wohl längere Streckenflüge durch Gebiete mit schlechteren Wetterbedingungen, wie sie z.B. bei Flügen in Richtung Adria oder auch Südösterreich v.a. in der kalten Jahreszeit regelmäßig vorkommen. Nachdem das EIR bereits alle Theorieanforderungen einer klassischen IFR aber auch Competency Based IR-Ausbildung abdeckt und auch die Praxisausbildung vollständig auf die Ausbildung zu einem klassischen oder Competency Based IR angerechnet werden kann, ist das EIR unserer Meinung nach eine sehr kostengünstige, rasche und risikofreie Möglichkeit entweder das Fliegen nach instrumenten kennen zu lernen oder aber auch als Zwischenschritt zu einer uneingeschränkten Instrumentenflugberechtigung/IR-Rating zu verwenden.

Nicht vergessen darf man auch den zusätzlichen Sicherheitsgewinn, der dem Piloten deutlich mehr Möglichkeiten gibt, auch bei nicht optimalen Wetterbedingungen einen Flug sicher durchführen zu können.

Die Vorteile des Enroute Instrument Ratings im Vergleich zur bisherigen IFR-Ausbildung im Überblick:

  • Größter Vorteil unserer Meinung nach ist, dass sowohl Theorie- als auch Flugausbildung des EIR vollständig auf eine “Competency Based IR-Ausbildung angerechnet werden können. D.h. in der Praxis, dass man die EIR-Ausbildung als risikolosen, kostengünstigen und effizienten Zwischenschritt der uneingeschränkten IR-Ausbildung verwenden kann (z.B. wenn man eine Karriere als Berufs- und Linienpilot anstrebt und die Ausbildung stufenweise absolvieren möchte)
  • Sehr stark reduzierte Mindest-Flugausbildung, die zu einem Bruchteil der Ausbildungskosten von einem “klassischen IFR” führt
  • Sehr stark reduzierter Theorieumfangs – hier ist nur mehr ein Bruchteil des früheren Theoriestoffs zu lernen
  • Mit dem Absolvieren der EIR-Theorieausbildung ist gleichzeitig auch die Theorieausbildung für ein Competency-Based IR abgeschlossen
  • Umfangreiche Anrechnungsmöglichkeiten in Theorie und Ausbildungsumfang für Inhaber europäischer Berechtigungen oder für Piloten, die bereits Teile von anderen Ausbildungen absolviert haben (z.B. IR-Theorieausbildung, theoretische ATPL-Ausbildung, bisheriges IFR-Training im In- und Ausland)
  • Erstmals umfangreiche Anrechnungsmöglichkeiten in Theorie und Ausbildungsumfang für nicht-europäischer Piloten mit IFR-Erfahrung (z.B. US-Piloten mit FAA IFR Rating oder zumindest IFR-Flugerfahrung)
  • Erstmals die Möglichkeit einer fast vollständigen Ausbildungsanrechnung für erfahrene US-Piloten mit gültigem IFR Rating
  • Möglichkeit große Teile der Ausbildung mit einem beliebigen EASA Fluglehrer auch außerhalb einem Ausbildungsbetrieb (ATO) durchzuführen
  • Möglichkeit große Teile der Ausbildung mit seinem eigenen, nicht in einem Ausbildungsbetrieb (ATO) zugelassenen Luftfahrzeug durchzuführen – ideal für Luftfahrzeugbesitzer, die die Ausbildung auf ihrem eigenen Luftfahrzeugbesitzer durchführen wollen

Nachdem es eine ganze Reihe von Möglichkeiten gibt, die an unterschiedliche Voraussetzungen geknüpft sind, beraten wir Sie gerne bei weiteren Fragen.

Ausbildungsumfang

Für die Schulung wird unterschieden ob sie auf einmotorigen Flugzeugen (SEP) oder mehrmotorigen Flugzeugen (MEP) Ihre EIR-Ausbildung absolvieren. Es besteht natürlich auch die Möglichkeit eine Berechtigung für einmotorigen Flugzeugen (SEP) auf mehrmotorige Flugzeuge (MEP) zu erweitern.

Die Ausbildung umfasst einen Theorie- und Flugausbildung.

Theorieausbildung

Die Theorieausbildung ist sehr kurz und effizient und ausschließlich auf das Fliegen nach Instrumenten mit typischen Kleinflugzeugen beschränkt. Alle Theorieinhalte für komplexe und turbinenangetriebene Flugzeuge wurde aus den Ausbildungsanforderungen entfernt. So werden Sie rasch und effizient auf die computergestützten theoretische Prüfung bei der österreichischen Luftfahrbehörde Austrocontrol vorbereitet. Im Verlauf der Theorieausbildung lernen Sie alles, was Sie für die theoretische Prüfung aber v.a. auch für die spätere Flugpraxis benötigen. In der Regel werden Ausbildungsunterlagen auf Englisch verwendet, da die Theorieprüfung bei der österreichischen Luftfahrtbehörde Austrocontrol auch auf Englisch abzulegen ist.

Zur Theorieausbildung nutzen wir eine Kombination aus Präsenzschulung in unserem modernen und verkehrsgünstig gelegenen Seminarhotel (InterCity Seminarhotel, 1070 Wien, Mariahilfer Strasse 122 bzw. falls erforderlich auch an anderen Schulungsorten) und computergestützem, durch unserer Lehrer begleitetem Selbststudium. Natürlich besteht auch die die Möglichkeit zu individuellen Theorieschulungen. Das ermöglicht eine sehr kurze Ausbildungsdauer von 1 Tag Präsenzschulung und anschließendem Selbststudium, das sie flexibel und nach ihren individuellen zeitlichen Möglicheiten absolvieren können

Der Lehrplan ist im Vergleich zum bisherigen IFR-Ausbildung deutlich verschlankt, umfasst aber auch die aus anderen Ausbildungen bekannten Themenbereiche :

  • Air Law
  • Arcraft General Knowledge
  • Flight Performance and Planning
  • Human Performance
  • Meteorology
  • Navigation
  • Communications

Flugausbildung

Winterwetter mit schlechter Sicht und Schneefall

 Winterwetter mit schlechter Sicht und Schneefall

Die Flugausbildung kann zeitgleich mit der Theorieausbildung begonnen werden. Für einmotorige Flugzeuge dauert die Schulung nur 15 Stunden wobei ein Teil auf einem Simulator absolviert werden kann. Für mehrmotorige Flugzeuge erhöht sich die Schulung geringfügig. Die Ausbildung umfasst die folgenden Ausbildungsblöcke:

  • pre-flight procedures for IFR flights,
  • use of appropriate IFR and VFR charts,
  • basic instrument flight by sole reference to instruments,
  • steep turns and recovery from unusual attitudes on full and limited panel,
  • normal flight on limited panel,
  • instrument pattern,
  • procedures and manoeuvres for IFR operation under normal, abnormal and emergency conditions,
  • radio navigation (GPS/VOR),
  • use of advanced equipment, as available,
  • emergency procedures covering the deterioration of meteorological conditions,
  • IFR approaches in the context of an emergency situation,
  • use of RT techniques in order to gain a competence to a high standard,
  • if required, operation of a multi-engine aeroplane during the above range of exercises,
  • flights in controlled airspace under IFR with a high density of traffic and VFR arrivals and departures from aerodromes with a mixture of instrument and visual traffic.

Im Verlauf der Ausbildung werden Sie Schritt für Schritt mit allen Phasen der Flugvorbereitung und Durchführung vertraut gemacht. Wie Sie in den obigen Schwerpunkten sehen, werden auch Instrumentenanflüge im Kontext von Notsituationen geübt, um im Notfall auch bei schlechtem Wetter einen Anflug durchführen zu können. An dieser Stellte nochmals der Hinweis, dass Instrumentenanflüge mit einer EIR-Berechtigung nicht erlaubt sind und daher auch nur im Notfall durchgeführt werden sollen.

Voraussetzungen

Sie benötigen für den Beginn der Ausbildung

  • einen gültigen PPL oder höhere Lizenz
  • Eine Nachtsichtflugberechtigung ist *nicht* erforderlich, führt jedoch dazu, dass die EIR-Berechtigung dann auf Flüge bei Tage beschränkt wird
  • ein Allgemeines Funksprechzeugnis/AFZ
  • Mindestflugerfahrung – Details besprechen wir vor Ausbildungsbeginn mit Ihnen

Theorieausbildung

Beispiel-Radarbild mit IFR- und VFR-Verkehr

 Beispiel-Radarbild mit IFR- und VFR-Verkehr

Die Ausbildungsdauer ist stark abhängig von Ihrem persönlichem Zeitbudget und dauert in der Regel zwischen 2 Wochen und 3 Monaten. Je mehr Zeit Sie für die theoretische und praktische Ausbildung reservieren, desto rascher kommen Sie in der Ausbildung voran. Wir ermöglichen Ihnen auf Wunsch in jedem Fall die kürzest mögliche Ausbildungszeit.