Überblick

A319_LOWW

 A319 beim Start in Wien-Schwechat (LOWW) (c) D.Tscholl

Die Linienpilotenlizenz (Airline Transport Pilot License/ATPL) ist die höchste europäische Pilotenlizenz. Mit dieser Lizenz dürfen alle Flugzeuge beruflich und gewerbsmäßig (d.h. als Pilot gegen Bezahlung) als Kapitän bzw. verantwortlicher Pilot (Pilot in Command) geflogen werden.Diese Lizenz wird auf jeden Fall benötigt, wenn man Großflugzeuge (i.d.R. Flugzeuge mit einem höchstzulässigen Abfluggewicht von mehr als 5.700 kg oder mehr als 9 Passagierplätzen als Kapitän bzw. verantwortlicher Pilot (Pilot in Command) fliegen möchte. Das sind in der Praxis alle bekannten größeren Business-Jets oder Verkehrsflugzeuge von Boeing, Airbus, Embraer. Diese Flugzeuge dürfen Inhaber eines Berufspilotenscheins (CPL) lediglich als Erster Offizier (First Officer, “Kopilot”) fliegen.

Theoretische ATPL-Ausbildung und der "Frozen ATPL"

Ein international gültiger PPL ist einzige Voraussetzung für den Beginn der ATPL-Ausbildung. D.h., dass eine Ausbildung auch mit einer nicht-europäischen (nicht-EASA Lizenz) möglich ist. Die theoretische ATPL-Ausbildung kann unmittelbar nach dem Abschluss der PPL-Ausbildung begonnen werden und umfasst auch die gesamten Theorieausbildung für die CPL- und IFR-Ausbildung. D.h. für Sie, dass eine separate CPL- und IFR-Theorieausbildung nicht nötig und in vielen Fällen auch nicht sinnvoll ist.

 ATPL Ausbildungsverlauf im Überblick

Die theoretische ATPL-Ausbildung ist ausschließlich eine Theorieausbildung. Das bedeutet, dass in dieser Ausbildung alleine keinerlei Flugausbildung integriert ist. Im Normalfall erfolgt die die Flugausbildung für CPLIFR ggf. auch MEP parallel zur theoretischen ATPL-Ausbildung, wobei die individuellen zeitlichen, privaten und auch finanziellen Präferenzen geplant und berücksichtigt werden können. Nachdem die Linienpilotenlizenz (ATPL) erst dann von der Luftfahrtbehörde Austrocontrol ausgestellt wird, wenn eine Flugerfahrung von zumindest 500 h auf Flugzeugen mit einer mehrköpfigen Flugbesatzung (i.d.R. bestehend aus 2 Piloten) ausgestellt wird, spricht man nach Ausbildungsende bis zum Erreichen dieser Flugstunden von einem sog. “Frozen-ATPL” bzw. einem CPL mit theoretischer ATPL-Prüfung.

Details zum idealtypischen Ablauf einer modularen Ausbildung sind in der Abbildung oben zusammen gefasst. Auf die Unterschiede zwischen modularer und integrierter Ausbildung wird im nächsten Abschnitt eingegangen. Wir beraten Sie gerne bei weiteren Fragen.

Exkurs: Integrierte vs. modulare ATPL-Ausbildung

Nachdem immer wieder auch Anfragen zum Unterschied zwischen modularer und integrierter Ausbildung gestellt werden hier eine kurze Zusammenfassung auf Basis unserer Erfahrungen der letzten Jahre:

Bei integrierten Ausbildungen zum ATPL muss die gesamte Ausbildung von PPL, über IFR und CPL ggf. auch MEP in der gleichen Flugschule durchgeführt werden. Integrierte Ausbildungen werden in der Regel innerhalb von 12 bis 18 Monaten angeboten, wobei fast immer eine Vorauszahlung oder zumindest ein großer Teil der Ausbildung vorab zu bezahlen ist. Wie die Erfahrung zeigt, führt dies in Einzelfällen zu einem hohen finanziellen Risiko oder zumindest einer großen finanziellen Belastung. Integrierte Ausbildungen umfassen weniger Flugausbildungsstunden (ca. 170 h), wobei ein substantieller Anteil dieser Ausbildung auf Simulatoren zu absolvieren ist.

Dem gegenüber steht die modulare Ausbildung zum ATPL, bei der alle einzelnen Ausbildungsschritte in sich abgeschlossen sind, d.h. am Ende jedes Ausbildungsabschnitts wird eine vollständige, eingenständig gültige Lizenz erworben (PPLCPLIFR, ggf. MEP und theoretische ATPL Prüfung). Details zum Verlauf sind aus der Abbildung weiter oben ersichtlich. Das bedeutet in der Praxis, dass die modulare Ausbildung vollständig nach den individuellen Präferenzen sowie zeitlichen und finanziellen Möglichkeiten des Schülers gestaltet werden kann. Aus unserer Erfahrung ist auch eine modulare Ausbildung zum ATPL innerhalb von 12 – 18 Monaten – entsprechende Lernbereitschaft vorausgesetzt – problemlos zu absolvieren. Die Kosten der modularen Ausbildung sind i.d.R. geringer und werden von uns je nach individuellem Ausbildungsfortschritt ein Mal pro Monat im nachhinein in Rechnung gestellt. Dadurch verteilen sich die Kosten der gesamten Ausbildung relativ gleichmäßig über den Ausbildungszeitraum. Zudem ist ein Pausieren oder Aussetzen zwischen den einzelnen Ausbildungsblöcken ohne Risiko oder finanziellen Nachteil jederzeit möglich. Da man am Ende jedes Ausbildungsabschnitts jeweils eine vollständige Lizenz erwirbt, hat man zudem auch kein Risiko, während der gesamten Ausbildung ausschließlich an eine einzelne Flugschule gebunden zu sein. Die Anzahl der Flugausbildungsstunden liegt bei ca. 235h und ist damit etwas höher als bei der integrierten Ausbildungsvariante, was zu entsprechend höherer Flugerfahrung führt.

Fazit: Aus unserer Erfahrung bietet eine integrierte Ausbildung heute keine Vorteile mehr gegenüber einer modularen Ausbildung. Auch angesichts der Erfahrungen mit anderen Anbietern integrierter Ausbildung empfehlen wir unseren Schülern mittlerweile nur mehr die modulare Ausbildung.

Die theoretische ATPL-Ausbildung besteht ausschließlich aus der Theorieausbildung. Flugausbildung kann – wie oben beschrieben – parallel und begleitend zur Ausbildung absolviert werden.

Theorieausbildung

Unsere Theorieausbildung bereitet Sie umfassend auf die computergestützten theoretische Prüfung bei der österreichischen Luftfahrbehörde Austrocontrol vor. Im Verlauf der Theorieausbildung lernen Sie alles, was Sie für die theoretische Prüfung aber v.a. auch für die spätere gewerbliche Flugpraxis benötigen. Es werden ausschließlich Ausbildungsunterlagen auf Englisch verwendet, da die Theorieprüfung bei der österreichischen Luftfahrtbehörde Austrocontrol auch auf Englisch abzulegen ist.

ND

 Modernes Navigationsdisplay (ND)

Zur Theorieausbildung nutzen wir eine Kombination aus Präsenzschulung in unserem modernen und verkehrsgünstig gelegenen Seminarhotel (InterCity Seminarhotel,  1070 Wien, Mariahilfer Strasse 122 bzw. falls erforderlich auch an anderen Schulungsorten) und computergestützem, durch unserer Lehrer begleitetem, Selbststudium. Natürlich besteht auch die die Möglichkeit zu individuellen Theorieschulungen.

Der Lehrplan umfasst:

  • Air Law,
  • Aircraft General Knowledge – airframe and systems, electrics, powerplant, emergency equipment,
  • Aircraft General Knowledge – instrumentation
  • Mass and Balance,
  • Performance,
  • Flight Planning and Flight Monitoring,
  • Human Performance,
  • Meteorology,
  • General Navigation,
  • Radio Navigation,
  • Operational Procedures,
  • Principles of Flight,
  • VFR Communications,
  • IFR Communications

Der genaue Ausbildungsumfang ist von den bereits vorhandenen Lizenzen abhängig und liegt zwischen  ca. 200 h und 600 h computergestütztem Selbststudium verbunden mit einem ca. 1 wöchigen Theoriekurs (von uns als Block-, Abend- oder Individualkurs angeboten). Am Ende der Ausbildung absolvieren Sie bei uns noch eine interne Vorprüfung, bevor wir Sie zur Theorieprüfung bei österreichischen Luftfahrtbehörde Austrocontrol anmelden.

Flugausbildung

Keine. Wie weiter oben beschrieben erfolgt die Flugausbildung parallel zu dieser theoretischen Ausbildung.

Voraussetzungen

Ausbildungsvoraussetzung ist ein gültiger PPL (mit oder ohne IFR-Rating)

Ausbildungsdauer

Aus unserer Ausbildungserfahrung ist die gesamte Theorieausbildung innerhalb von 3 – 4 Monaten absolvierbar, setzt dann aber entsprechende Lernbereitschaft und Lernzeit voraus. Im Durchschnitt liegt die Kursdauer bei ca. 6 – 8 Monaten.

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